
Dieser Ausspruch wird Balthasar Ress zugesprochen und heute auch von seinem Sohn Christian Ress – in anderen Worten – gelebt. Denn feine Weine sind es, die das Weingut im Rheingau uns präsentiert. Wir treffen Christian Ress, Weingutsleiter Markus Roll und Marius Baumeier alias „Dr. Riesling“ in der Vinothek des Weinguts Balthasar Ress. Welch‘ ein Glück, dass unser Besuch in Hattenheim nicht auf irgendeinen beliebigen Tag fällt, sondern auf den 50. Geburtstag unseres Autors – Niels Bachmaier aus der Wine & Bar.
Was gibt es Schöneres, als an seinem 50. Geburtstag mit seinen Kollegen von der Wine & Bar Abteilung die Gelegenheit zu haben, eine Weinregion zu besuchen. Wir fahren in den Rheingau. Eine der geschichtsträchtigsten Weinregion Deutschlands und zugleich Wiege des Rieslings. Wir sind an diesem Tag zu Gast beim Weingut Balthasar Ress in Hattenheim. In der Vinothek des Weinguts werden wir freundlich von unseren Gastgebern in Empfang genommen. Allen voran Marius Baumeister, der uns sogleich mit strahlenden Augen das Tagesprogramm erläutert. Zur Begrüßung gibt es den 2022 „PetMan“, einen spritzigen Riesling Pétillant Naturel (PetNat) Brut. Was ein schöner Start in diesen Tag!
Die erste Station führt uns nach Rüdesheim, wo es zu Fuß durch die berühmte Drosselgasse zur Gondelbahn geht. Dort angekommen zaubert Dr. Riesling eine Flasche gut gekühlten Riesling 2022 „Von Unserem“ (64434), die flüssige Visitenkarte des Weinguts, aus dem Rucksack. Mit einem Glas Wein in der Hand geht es sogleich in die kleinen Gondeln und wir schweben über die Weinlagen, aus denen der Wein stammt, den wir gerade verkosten dürfen. Beeindruckt von der Weite lassen wir den Blick über die Weinhänge des Rheingaus schweifen, der in der Ferne bis in den Odenwald reicht. Oben angekommen geht es zu Fuß weiter, vorbei am historischen Niederwald Denkmal in die berühmtesten Weinlagen für Riesling, die der Rheingau zu bieten hat. Balthasar Ress besitzt hier Rebflächen in den begehrtesten Lagen, darunter der berühmte Berg Schlossberg. Aus dieser Lage stammt auch eine der neusten Kreationen des Weinguts, der 2016 Berg Schlossberg, Riesling Sekt Brut. Eine Freude, diesen Sekt mit Blick auf die Lage zu verkosten. Der Sekt präsentiert sich strohgelb im Glas, in der Nase Noten vom gerösteten Brot und Zitronenmelisse. Am Gaumen verbindet sich alles zu einem wunderbaren Schmelz.

Unser Weg führt uns weiter, vorbei an imposanten Weinterrassen bis nach Assmannshausen, dort angekommen folgt das nächste Highlight des Tages. Zurück nach Rüdesheim geht es mit dem Schiff und wir bekommen auf der Fahrt nochmal ein einmaliges Panorama geboten.
Zurück in Hattenheim geht es weiter ins Stammhaus des Weinguts im Ortskern, wo uns Winzer Christian Ress begrüßt. Er führt das Weingut in 5. Generation. Im Innenhof stehend erläutert er uns die Geschichte des Weinguts, berichtet über aktuelle Geschehnisse und wirft einen Blick auf zukünftige Projekte. In seinem Rücken prangert auf einer beleuchteten Glasfläche in großen Lettern der Schriftzug „wineBANK“. Die „wineBANK“ ist neben dem Weingut nur eine weitere Erfolgsstory des Unternehmers Christian Ress. Dahinter verbirgt sich ein privater Members‘ Club für Weinbegeisterte, die hier die Möglichkeiten haben, unter perfekten Bedingungen Wein zu lagern und diesen gemeinsam mit anderen zu verkosten. Was 2009 in Hattenheim mit der ersten „wineBANK“ nach den Plänen von Christian Ress begann, hat mittlerweile weitere erfolgreiche Ableger in Städten wie Hamburg, Wien und auf der Insel Sylt gefunden. Im späteren Verlauf des Abends durften wir selbst noch in den Genuss der besonderen Atmosphäre dieser Location kommen.
Vorher haben wir die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch im Rahmen eines Abendessens mit Marius Baumeister alias Dr. Riesling, Christian Ress und Weingutsleiter Markus Roll. Die Themen sind vielfältig: welche Herausforderungen für den Weinbau bringt der Klimawandel mit sich, wie geht man mit dem aktuellen Trend zu generell weniger Alkoholkonsum um (auf Seite 16 und folgenden finden Sie eine kleine Auswahl an fantastischen alkoholfreien Getränken aus unserem Sortiment) und welche Bedeutung der deutsche Wein im heimischen Markt hat. Alle am Tisch sind sich einig, dass wir uns mit einem der spannendsten Genussmittel der Welt beschäftigen dürfen und es lohnt sich, den Herausforderungen zu stellen, die das mit sich bringt.



ORANGEWEIN PINOT BLANC, TROCKEN, 12 % VOL., B. RESS, BIO, DE-ÖKO-039, 750 ML
Hier handelt es sich um einen maischevergorenen Weißwein. Der Weißwein wird produziert wie ein Rotwein. Das bedeutet, dass die Trauben entrappt – man trennt die Beeren bei diesem Vorgang vom Stielgerüst – und dann komplett vergoren wurden. Also auch mit den Schalen. Dies ist eine uralte, aus Georgien und Armenien stammende Methode der Weißweinbereitung. Die Weine werden dann unfiltriert, ungeschönt und mit wenig oder gar keinem Schwefel gefüllt. Aus diesem Grund kann es gelegentlich zu kleinen Eintrübungen oder Ausfällungen im Wein kommen. Hierbei handelt es sich um einen völlig natürlichen Vorgang, der die Qualität des Weines in keinster Weise beeinflusst. Nicht zuletzt wegen der Farbe, nennt man diese Weine heutzutage auch »Orange Wines«. Der »Orange« Rheingauer Landwein trocken NV präsentiert sich in einem klaren goldgelb bis orange im Glas. In der Nase dominieren zunächst reife Südfrüchte, die durch vegetabile Noten und leichte Röstaromen ergänzt werden. Frische Kräuter wie Thymian begleiten den komplexen Geruchseindruck. Am Gaumen setzen sich die fruchtigen Aromen ebenfalls weiter fort, wobei hier vermehrt frische Zitrusnoten von reifer Grapefruit und Rangpur Limette im Vordergrund stehen. Ergänzend von leicht erdigen Aromen und einem Hauch Zeder. Der Abgang wird von einer sanften Säure begleitet, die den frischen Charakter des »Orange« hervorragend unterstreicht und ihm einen angenehmen Trinkfluss verleiht.
Ihr Niels Bachmeier und das gesamte Team der Wine&Bar Abteilung bei BOS FOOD.
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