
VERLIEBT IN WEIN SEIT 1959, so steht es in Großbuchstaben auf der Startseite der Homepage der Winzerfamilie Schott von der Nahe. Bei unserem Besuch im beschaulichen Winzerdorf Wallhausen bei der Familie Schott haben wir genau diese Liebe zu spüren bekommen. In 3. Generation bewirtschaften hier die Brüder Michel & Benny Schott mit ihrer Familie das von den Großeltern gegründete Weingut.
Wir werden herzlich begrüßt mit einem Glas Bruno. Dahinter verbirgt sich eine herrlich erfrischende Frucht-Secco-Kreation aus Rhabarber, die sich auch auf unserem Cover wiederfindet. Im Planwagen geht es in die umliegenden Weinberge. Das Weingut hat aktuell 25 Hektar im Ertrag, davon sind 2 Hektar Sauvignon Blanc, laut Michel Schott eine der wichtigsten Rebsorten für das Weingut. Aus ihr kreiert er sowohl den Walhäuser Sauvignon Blanc „Kiwi“, als auch den Sauvignon Fumé (Art. 66119) aus der Lage Backöfchen. Die beiden Weine sind ein sehr gutes Beispiel dafür, auf welch großer Spielwiese des Weinmachens sich die Winzerfamilie Schott mit ihren Weinen bewegt. Der eine Wein begeistert eher mit der fruchtigen Opulenz eines neuseeländischen Sauvignon Blanc, das Backöfchen erinnert mit seinen dezenten Holznoten an einen eleganten Pouilly Fumé von der Loire.
Auf unserer Tour durch die Weinberge passieren wir die verschiedenen Lagen, in denen die Weine der Schotts stehen, darunter das Felseneck, eine besondere Grünschieferlage. Ziel der Tour ist ein Plateau, von dem aus man eine grandiose Rundumsicht hat. An dieser Stelle ist auch der Schnappschuss unseres Wine & Bar Teams auf der blauen „Riesenbank“ entstanden.
Zurück in Wallhausen, begrüßt uns Michels Frau Claudia an ihrem spektakulären schwarzen Kubus-Bau, der mitten in den Reben steht. Wir werden an eine große Tafel im heimischen Wohnzimmer der Familie Schott gebeten. Von hier aus lassen riesige Fensterscheiben den freien Blick in die Reben zu. In dieser Atmosphäre haben wir nochmals Gelegenheit, die Weinkollektion der Schotts zu probieren. Dass ihre Weine hervorragende Speisenbegleiter sind, unterstreicht eine auf den Punkt kuratierte Speisebegleitung. Verantwortlich hierfür zeichnete sich Janina Lindemann, eine befreundete Food-Influencerin, die uns vor Ort live bekocht und sich hierfür aus dem großen BOS FOOD Portfolio bedient hat. Ihre Hummerbisque und der 2020 Weissburgunder „Fallbeil“ (Art. 68140), mit seiner Aromatik aus dezentem Holz, zarten floralen Noten und Mineralität, harmonieren perfekt.
Die Gebrüder Schott strotzen geradezu vor Ideen, ihre Leidenschaft für Wein in die Welt zu tragen. Neben einer klassischen Gutsweinlinie gibt es die Serie der Schott-Bros.-Weine. Deren Namensgebung lehnt sich thematisch an die Mythen des Räuberhauptmanns Johannes Bückler aka Schinderhannes an. Die Weine tragen so schwungvolle Namen wie Buzliese und Schnalle-Peter. Doch dem nicht genug, hat man kurzerhand passend zu den Weinen einen Räuberball ins Leben gerufen. Dahinter verbirgt sich ein Weinfest der anderen Art, das Weingut verwandelt sich zum Festivalgelände und es wird mit Freunden das Leben gefeiert. Denn Musik ist eine weitere große Leidenschaft, die alle Schotts verbindet. Als bekennende Heavy-Metal-Fans haben sie eigens für die Szene ihre Metal-Wines kreiert. Man muss aber gar kein Fan von düsterem Hardrock sein, um ein Glas Stoner Rock (Art. 67582) in vollen Zügen genießen zu können.

Die Hauptarten von Portwein heißen Tawny und Ruby, für beide ist der Start ins Weinleben genau gleich. Zumindest bei Niepoort wird ausschließlich gesundes, hochreifes Traubengut aus teils über hundert Jahre alten Weinbergen verarbeitet – und zwar in sogenannten Lagares, großen Bottichen aus Granit. Dort werden die Trauben sorgfältig mit den Füßen gestampft.
Die Gärung beginnt, und nach ungefähr 3 Tagen hat der Traubenmost die gewünschten Zucker- und Alkoholwerte erreicht – dann ist Schluss mit der Fermentationsparty, denn der Most wird mit reinem 77-prozentigem Brandwein versetzt. Das killt die Hefen und stoppt so die Gärung. Der junge Portwein wird anschließend in bis zu 25.000 Liter fassende Holzfässer gefüllt, wo er bis zum nächsten Frühling bleibt. Dann geht es (früher per Schiff, heute per Truck) nach Vila Nova de Gaia, wo sich in den historischen Hallen von Niepoort der Weg der Portweine in zwei Richtungen teilt.
In einer Richtung sind es die RUBY PORTS, die nach einer Zeit von 2 bis 6 Jahren im großen Holzfass in die Flasche gefüllt werden, um dort langsam zu reifen. Dabei bleibt ihre Frische und Fruchtigkeit erhalten. Zu den Rubys zählt zum Beispiel der 2019 LBV – Lated Bottled Vintage (66726), er verbindet kraftvolle Portweine eines einzigen Jahrgangs mit einem runden, gereiften Charakter, der ihn – im Gegensatz zum klassischen Vintage Port – schon jung genießbar macht.



Die andere Richtung sind die TAWNY PORTS. Bei Tawny Ports steht die Altersangabe nicht für die exakte Fassreife, sondern für den Stil und die aromatische Komplexität, die ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge über viele Jahre hinweg entwickelt. Der Einstieg ist der klassische Tawny (66717) von Niepoort, er ist ein sofort trinkreifer, elegant oxidativ gereifter Portwein mit feinen Nuss- und Trockenfruchtnoten, der durch Lagerung in kleinen Holzfässern an Komplexität gewinnt.
Beseelt von so vielen Informationen und Genuss lassen wir uns durch die Gassen der Altstadt treiben und trinken zum Abschied noch einen Port-Tonic, eine der schönsten Entdeckungen unserer Reise an den Douro.
Stoner Rock oder früher Desert Rock ist düstere, schleppende und schwere Rockmusik.
Diese feine und mineralische Cuvée aus Riesling und Sauvignon Blanc aber ist die rettende Oase, wenn mal wieder nur Wüste angesagt ist.
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