Marvin Grau: Angstbutter, Friseurkoffer und die heilige Dreifaltigkeit
Viele kennen Marvin als Dozenten unserer Enzymmasterclasses oder von unseren Events als Koch. Heute zeigt er eine andere Seite. Persönlicher. Ein Einblick in seinen Messerkoffer, seine Werkzeuge und die Dinge, die ihn im Alltag begleiten.
Angstbutter und eiserne Notreserven
„Ich habe immer ein bis zwei Stücke Angstbutter im Tiefkühler“, erzählt Marvin, mit diesem Leuchten in den Augen, das nur Köche haben, wenn sie für eine Sache wirklich brennen. „Das ist aber kein Faulheitsding“, sagt er, „sondern meine eiserne Notreserve.“
Er versteckt sie Eichhörnchen-Style in den Tiefen seiner TK-Schubladen, bewusst vor sich selbst. Die Angstbutter kommt nur dann zum Vorschein, wenn er sich aktiv dafür entscheidet, sie zu benutzen.
Der Friseurkoffer
Der gebürtige Oberhausener ist gelernter Koch. In der Hand hält er keinen klassischen Messerrollbeutel, sondern einen alten Friseurkoffer. Aus ihm holt er nach und nach Messer und Küchenwerkzeug hervor. Seit rund 15 Jahren nutzt er ihn als Ersatz für die klassische Messertasche. „Kellerfund“, sagt Marvin. „Meine Mama ist Friseurin.“
Der Koffer wirkt im Küchenalltag nicht nur praktisch, sondern erstaunlich durchdacht. Er lässt sich immer weiter ausklappen und bietet Platz für Messer, Sparschäler, Austernmesser und all die Kleinteile, die sonst schnell verloren gehen. Einige der Werkzeuge hat Marvin selbst modifiziert. „An dieser Pinzette habe ich eine Spitze leicht zur Mitte hingebogen“, erklärt er, „damit ich damit präziser arbeiten kann.“
Man merkt ihm an, dass er gerne super effizient ist und das auch lebt. Viele seiner Utensilien hat er sich für den eigenen Einsatzzweck angepasst. Selbst alle seiner Messerspitzen sind sorgfältig gesichert, mit passgenau zugeschnittenen Korken.
Der Wetzstahl seines Großvaters
Zwischen all den Werkzeugen liegt ein Wetzstahl. Unspektakulär auf den ersten Blick, für Marvin jedoch eines der wichtigsten Stücke. Er gehörte seinem Großvater, Metzger aus Herne, und war über 25 Jahre im täglichen Einsatz.
„Der Stahl hat mehr gearbeitet als ich. Und er funktioniert immer noch.“
– Marvin Grau
Für ihn ist das nicht nur ein Erinnerungsstück, sondern ein Werkzeug, das täglich weiterhin benutzt und so in Ehren gehalten wird.
Mise en Place mit Pink Floyd und Stoner Doom
Beim Mise en Place läuft Musik. Am liebsten Wish You Were Here von Pink Floyd aus dem Jahr 1975 oder Stoner Doom von Ufomammut. Den Ring an seiner Hand hat er von Vita, dem Schlagzeuger der Band.
„Dabei kann man richtig gut was wegarbeiten. Und wenn dann noch Tageslicht in der Küche ist: geil.“
Sein erstes Messer kaufte er 2007 während der Ausbildung im NH Hotel in Oberhausen. Ein Global G-1. „Ein reines Arbeitsgerät“, sagt er. „Damit habe ich richtig was weggerockt: Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren, Kräuter, Mirepoix.“ Kein Pathos, kein Sammlerstück, sondern ein Werkzeug, das benutzt werden will.
Der Geruch, der alles zusammenbringt
Zur Arbeit fährt Marvin mit seinem Motorrad, einer Moto Morini Corsaro Veloce 1200, und das nicht wegen PS-Zahlen. „Es ist der Geruch, den ich beim Fahren wahrnehme“, sagt er. „Der Moment im Frühjahr, wenn ich das erste Mal durch den Wald und die Landschaft fahre, das ist wie ein Neustart.“ Geschwindigkeit interessiert ihn nicht. Erleben schon.
Diese Sensibilität für Gerüche begleitet ihn auch in der Küche. Immer wieder ist es derselbe Duft, der für ihn alles zusammenbringt: Zwiebel, Knoblauch und Butter.
„Die heilige Dreifaltigkeit.“
Und oft genug folgt darauf dieselbe Frage aus dem Umfeld: Was wird hier leckeres gekocht?
Marvin live erleben
Wer Marvin näher kennenlernen möchte, kann das auf unseren Events tun oder sich am Telefon mit ihm über Enzyme austauschen. Oder über Stoner Doom, ganz wie der Vibe gerade ist.
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